Warum ich den Pflegedienst Stute gegründet habe.

 

Gegründet habe ich den Pflegedienst im Dezember 1988. Damals noch unter dem Namen „Mobile Bielefelder Lebenshilfen (MoBiLeh)“

Nicht ganz ohne Stolz kann ich sagen, dass es einer der ersten privat gegründeten ambulanten Dienste in Bielefeld war und wir es jetzt schon 30 Jahre erfolgreich geschafft haben am Markt zu bleiben.

Kurz nach der Gründung habe ich den Namen in Pflegedienst Stute umbenannt. Da Stute mein Geburtsname ist, war das einfach naheliegend.

Die Idee, mich in die Selbständigkeit zu stürzen, geschah eigentlich aus einer Notwendigkeit heraus, denn in dem Beruf des Kirchenmusikers und als Tischler wollte ich nach meinem Ersatzdienst nicht mehr arbeiten.

Nachdem mein Zivildienst beim Deutschen paritätischen Wohlfahrtsverband also dem Ende zuging und mir die Arbeit mit Menschen viel Freude gemacht hatte, wollte ich unbedingt weiter im sozialen Bereich tätig sein.

So bewarb ich mich in verschiedenen Bielefelder Krankenhäusern.

Leider war es zu der Zeit so, dass die Kranken- und Altenpflege, im Gegensatz zu heute, genügend Bewerber hatte. Ich hätte demnach lange auf einen freien Ausbildungsplatz warten müssen.

Da ich dringend Geld verdienen musste, war der Gedanke geboren, durch meine Selbständigkeit vorwiegend älteren und gehandicapten Menschen weiterhin das Leben in ihrem eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Eigentlich genau das, was ich im Zivildienst auch gemacht hatte – hauswirtschaftliche Versorgung und hin und wieder mal einen Badedienst.

Dies habe ich fast vier Jahre allein gemacht.

1993 habe ich die ersten Mitarbeiter eingestellt. So war es möglich Verträge mit Krankenkassen zu schließen. Als 1995 die Pflegeversicherung kam, wurde aus dem Betreuungsdienst ein vollwertiger Krankenpflegedienst.

Damals hatte ich – Gott sei Dank – meine jetzige Frau an meiner Seite, deren Familienname ich auch trage, die mich tatkräftig unterstützt hat und ohne deren Hilfe ich es auch nicht geschafft hätte.

Darum, an dieser Stelle, meinen aufrichtigen Dank meiner Frau Anja!

Wenn ich nun auf die dreißig Jahre zurückblicke, muss ich sagen, es war nicht immer leicht.

Doch die Zeit, die ich mit den mir anvertrauten Kunden (besonders in der Anfangsphase) erleben durfte, hat mich sehr geprägt. Wie viele Schicksale ich mitgetragen habe, in wie vielen Familien ich liebevoll aufgenommen wurde, aber auch, dass sehr viele Menschen meine Sorgen mit getragen haben hat mir viel Freude bereitet und zeugt von viel Vertrauen.

Auch Ihnen ein herzliches Danke dafür!

Mein Fazit ist sehr einfach und bestimmt für Viele, die dies lesen, nachvollziehbar: gegründet habe ich den Pflegedienst, weil ich Menschen helfen wollte. Sie so zu versorgen und zu pflegen, wie ich selbst mal versorgt werden möchte und dabei nicht nur an Profit zu denken.

Wenn ich wenigstens ein kleines Stück dieser Philosophie in die heutige Zeit mitnehmen und andere Mitmenschen, Kollegen und insbesondere auch Schüler anstecken kann, habe ich alles richtig gemacht.

Es ist einfach schade und daran trägt unsere Politik eine große Mitschuld, dass sich um die ganze Pflege eine riesige Industrie gebildet hat. Immer mehr Bürokratie, wie Dokumentation, Pflegestatistiken und vieles mehr, die damit nichts, aber auch gar nichts über eine wirklich gute Pflege aussagen und damit das wahre Ziel – Menschen würdig zu versorgen – in den Hintergrund drängt.

Vielmehr sollte man Menschen, die gerne helfen möchten, die Gelegenheit geben, im Pflegebereich zu arbeiten, auch wenn sie laut Gesetz oder auf Grund ihrer Vorbildung nicht dazu befähigt sind. Dann hätte man, meiner Meinung nach, kein Problem damit Pflegekräfte zu finden und der Pflegenotstand würde dadurch gemindert.

Ihr Matthias Repp

 

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